zum Ort Leisnitz
Historie
Geographische Lage
Ortsplan
Flucht und Vertreibung
Kurzurlaub 2003 in Leisnitz
Kurzurlaub 2006 in Leisnitz

     
Historische Postkarte von Leisnitz mit Kirche, Pfarrhaus und Strassenzug

Historie von Leisnitz

Politische Zugehörigkeit des Leobschützer Landes:
bis 946   Königreich Mähren
946 - 1523   Böhmen
1523 - 1742   Reichsverband Österreich
1742 - 1945   Preußen, Weimarer Republik und 3. Reich

 

einige wichtige Daten:

1131   die Leisnitzer Bevölkerung nahm die katholische Lehre an
1159   die Johanniter bekamen von Herzog Wladislaus die Kommende Gröbnig geschenkt,
dazu gehörte auch Leisnitz
1241   Einfall der Mongolen in Oberschlesien
1250 / 1270   Böhmenkönig Ottokar II und Bischof Bruno von Olmütz riefen verstärkt deutsche Siedler in die Region,
50 Familien kamen nach Leisnitz
1527   Fürstentag in Leobschütz; Ferdinand von Habsburg wird als böhmischen König bestätigt
29.02.1575   Befreiung vom Erbanfallrecht durch Georg Proskowsky, freiherr von Proskau
1809   Abschaffung der Leibeigenschaft durch Friedrich Wilhelm II
1810
  die Kommende Gröbnig wird säkularisiert
1818   Aufhebung der Ordensgüter
1825   Ablösung und Freistellung der Bauernstellen
1846   großer Dorfbrand
1865   erste Poststelle wird eingerichtet
1866   Cholera in Leisnitz
1882   Anschluss an das Fernsprechnetz
1914 / 1918   1. Weltkrieg
1923   Anschluss an das elektrische Stromnetz
16.03.1945   Flucht vor der russischen Front
1945   vor und nach Pfingsten: Heimkehr eines Teiles der Einwohner (ca. 750 Personen)
02.08.1945   durch das Potsdamer Abkommen wird Leisnitz unter polnische Verwaltung gestellt
08.07.1946   Vertreibung aus der Heimat (bis auf 5 Familien)

 

Ortsbeschreibung 1864/65:
Leisnitz, 1 Meile (ca. 8 km;Anmerkung W.K.) von Leobschütz entfernt, besteht aus 2 Erbrichtereien, 47 Bauer- und 199 Gärtner- und Häusler stellen mit 1549 Morgen Land (8000 Morgen;Anmerkung W.K.), welches sehr coupiert (sehr aufgeteilt;Anmerkung W.K.) und daher nur als mittelmäßig anzusehen ist. Die Einwohner leben meist im Wohlstande, auch sind die Handwerker hier so stark vertreten, daß bereits zwei Innungen, die eine für Bekleidungs- und die andere für Holz- und Metallarbeiter gebildet wurden. Der Ort hat eine Wassermühle und mehrere Steinbrüche. Der Viehstand besteht in 200 Pferden, 5 Bullen, 580 Kühen, 90 Stück Jungvieh, 1400 Schafen und 20 Zuchtschweinen. An Steuern zahlt die Gemeinde jährlich : 1608 Thlr. Grundsteuer, 55 Thlr. Haus-, 78 Thlr. Einkommen-, 1311 Thlr. Klassen- und 104 Thlr. Gewerbesteuer. Leisnitz hat eine katholische Pfarrkirche und Schule. Die Kirche soll schon vor dem Jahre 1657 bestanden haben und 1715 renoviert worden sein; sie hat einen Turm mit drei Glocken und einer Uhr. Ein Pfarrer und ein Cooperator besorgen den Gottesdienst. Die Schule hat bereits im Jahre 1660 bestanden und es werden in derselben von 3 Lehrern 186 Kinder unterrichtet.
(Quelle : Topographisches Lexikon von Oberschlesien, 1864/65)

Zum ersten Male wird dieser Ort urkundlich im Jahre 1238 erwähnt. In einer Verkaufsurkunde dieses Jahres wird als Zeuge ein Waltherus von Lisentiz angeführt, wie Leisnitz damals hieß. Ein Kirchlein befand sich in Leisnitz schon in den Zeiten der Besiedlung des Ortes durch die Johanniter. Da Leisnitz zur Kommende Gröbnig gehörte, wirkten Johanniterpriester hier als Seelsorger und verwalteten als Administratoren die reichlich dotierte Pfarrstelle. Die Reformation fand kaum Eingang in diesem Ort, da die Komturen streng über dem alten Glauben wachten. Wir finden keine Spur über Anstellung lutherischer Prediger in den Kommendedörfern. Einen Zeugen aus jenen Zeiten besitzt die Kirche in ihrem heute noch im Gebrauch befindlichen Taufstein mit der Jahreszahl 1589. Das heutige Gotteshaus ist eine massive Steinkirche, die 1667 erbaut wurde. Die alte Kirche war 1666 mit dem Turm abgebrannt. Ein Stein im Sockel des Turmes weist auf das Erbauungsjahr hin. 1714 erweiterte man die Kirche durch den Anbau des heutigen Presbyteriums, 1812 brannte der obere Teil des Turmes ab, dessen frühere Zwiebelform die heutige Spitze mit dem Johanniterkreuz erhielt. Damals mußte der aus schweren Grauwackesteinen errichtete Turm wegen vieler Risse mit einer Anzahl von Ankern versehen werden. Der Hochaltar des Gotteshauses, ein Geschenk des Anbauers Josef Behr, wurde 1887 von Kunsttischler Ondrusch in Leobschütz angefertigt. Das Altarbild stellt den Patriarchen Zacharias von Jerusalem und den Kaiser Heraklius dar. Letzterer trägt im Büßergewande das Kreuz auf den Kalvarienberg. Das Fest Kreuzerhöhung ist Patronatsfest der Kirche. Dieses monumentale Bild, von Professor Schall in Breslau gemalt, erfuhr in den letzten Jahren eine neue Ausstaffierung. Die beiden Figuren an der Seite des Altares stellen den hl. Josef und die hl. Helena dar. An der Kirchenwand zu beiden Seiten des Altares stehen die Figuren des hl. Antonius und des hl. Franziskus. Die Seitenaltäre sind der hl. Mutter Anna und dem hl. Valentin geweiht. Die Malerei der Kirche führte im Jahre 1894 der Kirchenmaler Klink aus Babitz aus. Im Besitz der Kirche befindet sich ein alter Kelch, den der Komtur Hans von Niemanitz im Jahre 1523 schenkte. Die kostbare Monstranz ist ein Geschenk von drei Wohltätern aus dem Jahr 1895. In demselben Jahre stiftete ein Besitzer die Kreuzwegstationen. Mag auch das Gotteshaus äußerlich altertümlich erscheinen, so stimmt die kunstvolle Innenausstattung den Beter zur innigen Andacht. Nur wenige Spuren der Verwüstung aus den Kriegstagen von 1945 weist die Kirche auf. (Quelle : "Leobschützer Heimatbuch")